Es gibt Erkrankungen, die können beim Dackel häufiger vorkommen als bei manch anderer Hunderasse. Die sogenannte Dackellähme, häufig auch als Teckellähme bezeichnet, ist eine solche. Hier kommt es zu einem Vorfall der Bandscheibe und folglich der Quetschung oder Verletzung des Rückenmarks. Eine Situation, die zu Schmerzen, Lähmungen und anderen Begleiterscheinungen führt. Dackelbesitzer sollten die möglichen Symptome genau kennen, um im Ernstfall rechtzeitig handeln zu können.

Wie entsteht die Dackellähme?

Dass der Dackel über besonders kurze Beine verfügt, ist dem besonderen Fokus auf die sogenannte Chondrodystrophie bei der Zucht zu verdanken. Das Problem bei der Chondrodystrophie: Der Bandscheibenkern verändert sich und wird weniger elastisch. Das sorgt dafür, dass die Bandscheiben des Hundes sehr viel weniger belastbar sind und ein Vorfall entsprechend leichter auftreten kann. Besonders häufig betroffen hiervon ist der Bereich zwischen dem elften Brustwirbel und dem dritten Lendenwirbel, aber auch in der Halswirbelsäule oder in Richtung des Kreuzbeines ist ein Vorfall der Bandscheibe möglich.

Kommt es dann zum Bandscheibenvorfall, dringt entweder ihr Kern oder auch die gesamte Bandscheibe in den Wirbelkanal des Tieres ein. Automatisch wird hierbei auch das empfindliche Nervengewebe beeinträchtigt, was die Symptomatik der Dackellähme hervorruft.

Wann die Dackellähme bevorzugt auftritt, ist schwer zu sagen. Auch junge Hunde können durchaus betroffen sein. Gehäuft beobachtet wird die Dackellähme bei Hunden zwischen zwei und sieben Jahren. Je nach Beanspruchung der Wirbelsäule und Veranlagung des Tieres kann es jedoch auch früher oder später zu dieser Erkrankung kommen. Aus diesem Grund sollten Dackelbesitzer stets die Möglichkeit der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls bedenken.

Im Übrigen ist nicht nur der Dackel ein bevorzugter Kandidat, wenn es um dieses Krankheitsbild geht. Auch andere Hunderassen mit kurzen Beinen wie Pekinesen, Spaniels, Französische Bulldoggen oder Möpse können an Dackellähme erkranken.

Symptome, die die Dackellähme hervorrufen kann

In Bezug auf die Symptomatik der Dackellähme liefert diese erste Hinweise auf die Schwere und das Stadium der Erkrankung. Zu den anfänglichen Symptomen zählen:

  • mangelnde Freude an Bewegung
  • Schwierigkeiten, Gliedmaßen zu koordinieren
  • Humpeln
  • Schmerzreaktionen beim Streicheln des Rückens
  • Jaulen oder auch aggressives Reagieren beim Hochheben
  • Verweigerung, Treppen zu steigen oder ins Auto zu springen.

Schon bei diesen Symptomen sollten beim Dackelbesitzer alle Alarmglocken läuten. Es ist entscheidend, dass die Dackellähme so früh wie möglich erkannt wird, da der Tierarzt im frühen Stadium mehr für seinen Patienten tun kann. Je länger die Erkrankung unbehandelt bleibt, desto rasanter steigt das Risiko für massive Schädigungen und sogar die Notwendigkeit der Einschläferung des Hundes.

Schreitet die Dackellähme voran, geht es dem Hund immer schlechter. Er zeigt nicht nur die bereits genannten Symptome, sondern bewegt sich nur noch unsicher fort und auch seine Reflexe leiden. Schon jetzt kann es zum Nachziehen von Beinen kommen: Ein absolutes Alarmsignal! Auch Harninkontinenz oder das plötzliche Verlieren von Kot sind genau wie das Wölben den Rückens nach oben Anzeichen einer fortschreitenden Dackellähme.

Bleibt die Dackellähme unbemerkt oder handelt es sich sofort um einen schweren Fall, sprechen auch die Symptome Bände. Es kommt zur vollständigen Lähmung der Beine, je nach Lage der betroffenen Bandscheibe im vorderen und hinteren oder nur im hinteren Bereich, und der Stellreflex fällt aus. Der Hund ist nun nicht mehr dazu in der Lage, den Absatz von Kot und Urin zu kontrollieren und verliert meist auch nervliche Empfindungsfähigkeit.

WICHTIG! Ganz egal, zu welchem Zeitpunkt sich erste Anzeichen einer Dackellähme zeigen: Der betroffene Hund muss umgehend in eine Tierarztpraxis gebracht werden! Er darf auf keinen Fall mehr Treppen steigen oder weite Strecken gehen und sollte kompromisslos geschont werden. Da es sich um einen Notfall handelt, muss der behandelnde Tierarzt den Hund sofort untersuchen, denn bei Dackellähme können unter Umständen schon Stunden über Wohl und Wehe entscheiden.

Diagnose und Therapie

In der Tierarztpraxis angekommen, wird sich der Arzt zunächst ein genaues Bild vom bisherigen Verhalten des Hundes machen wollen. Schon das Vorliegen der Rasse alleine ist ein starker Hinweis darauf, dass es sich um Dackellähme handelt. Im weiteren Verlauf dann folgt eine gründliche Untersuchung des Hundes, bei der nicht nur das Testen von Reflexen und Abtasten auf dem Plan stehen können, sondern auch zusätzliche Maßnahmen wie eine Myelographie oder eine Untersuchung im MRT.

Nach der Untersuchung kann der behandelnde Arzt die Schwere der Dackellähme bestimmen. Hier gibt es fünf verschiedene Grade: Je höher der Grad, desto schwerer die Erkrankung. Doch der Grad ist nicht nur eine Möglichkeit, den Zustand des Tieres näher zu erläutern, sondern hilft auch dabei, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

Bereits bei einer vergleichsweise „leichten“ Dackellähme (Grade eins und zwei) muss der Hund so umfangreich wie nur möglich geschont werden. Der Tierarzt verabreicht außerdem verschiedene Medikamente wie Glukokortikoide, Anabolika, Vitamin-B-Präparate und Antiphlogistika und empfiehlt unter Umständen physiotherapeutische Maßnahmen.

Handelt es sich um Dackellähme, die dem Grad drei oder vier entspricht, ist eine konservative Therapie nicht mehr angezeigt und es muss operiert werden. Bei Grad fünf ist eine Operation nur dann sinnvoll, wenn der Hund noch Schmerz empfinden kann. Möglichkeiten bei der OP sind die Fensterung der Bandscheibe oder auch die Wegnahme des Wirbeldaches im betroffenen Bereich. Hier sollte in jedem Fall nur ein erfahrener Spezialist konsultiert werden, um zusätzliche Schäden zu verhindern.

Ist die Operation überstanden, sollten Halter alle Vorsichtsmaßnahmen, die der behandelnde Arzt empfiehlt, konsequent einhalten. Auch zusätzliche Unterstützung durch einen Osteopathen, Akupunktur oder Nahrungsergänzung kann sinnvoll sein.

Es ist vor allem bei schweren Verläufen der Erkrankung nicht möglich, dem Hund eine vollständige Genesung zu ermöglichen. Ein Dackel, der einmal an Dackellähme leidet – ganz egal welchen Schweregrades – kann bei leichten Verläufen zwar wieder beschwerdefrei werden, benötigt jedoch ein Leben lang besondere Pflege und Unterstützung.

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