Dass es den Dackel in verschiedenen Haar-Varietäten gibt, ist hinlänglich bekannt. Diese Varianten aber traten nicht aller zur gleichen Zeit auf, weswegen manche schon sehr früh und andere eher später Beliebtheit erlangten. Geht es um den Rauhaardackel, auch rauhaariger Dachshund genannt, so handelt es sich um eine der wohl ältesten Varianten, die ihren ganz eigenen Charme mitbringt.

Optische Erkennungsmerkmale

Haarkleid

Das Fell des Rauhaardackels ist, wie es sein Name bereits verrät, grundsätzlich von rauer Struktur. Sein drahtiges Haarkleid ist fast am gesamten Körper eng anliegend und besteht aus Unterwolle und darüber liegendem, tendenziell kurzem Fell. Einzig an den Augenbrauen, dem Fang und im Bereich des Behangs fällt das Haar länger aus und verleiht dem Hund seinen rustikalen Charakter.

Farblich kann das Fell des Rauhaardackels saufarben in hell oder dunkel und dürrlaubfarben sein. Auch Mischungen sind möglich, hierbei ist es jedoch wichtig, dass sich ein bestimmter Ton dominant zeigt.

Körperbau

Wie alle anderen Dackelarten auch zeichnet sich der Rauhaardackel durch seine kurzen Beine aus, die die sogenannte Niederläufigkeit erzeugen. Auch ist der Rauhaardackel mit einem langgestreckten, muskulösen und bei ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung schlankem Körperbau ausgestattet.

Größe

Rauhaardackel gibt es in den Varianten „Kaninchen“, „Zwerg“ und „Standard“. Daher variieren auch die Normwerte für Größe und Gewicht. Der Standard Rauhaardackel hat einen Brustumfang von mehr als 35 Zentimetern und wiegt bis zu neun Kilogramm, der Zwerg Rauhaardackel bringt es auf bis zu dreißig Zentimeter Brustumfang und etwa sechs bis sieben Kilogramm und der Kaninchen Rauhaardackel ist mit einer noch geringeren Größe und einem Gewicht von drei bis vier Kilogramm der Kleinste seiner Art.

Die Geschichte des Rauhaardackels

Schon immer war es Dackelzüchtern wichtig, die eigenständige, selbstbewusste und robuste Art des Dackels zu erhalten. Auch beim Rauhaardackel wurde dieser Anspruch selbstverständlich konsequent verfolgt. Dennoch unterscheidet sich diese Variante im Wesen leicht von anderen Dackeln, da bei der Züchtung auch Terrier zum Einsatz kamen. Wie aus frühen Aufzeichnungen hervorgeht, soll der „Dandie Dinmont Terrier“ eingekreuzt worden sein, über die konkreten Hintergründe aber ist bis heute nur wenig bekannt.

Fakt ist jedoch, dass der Rauhaardackel schon während der Sechzigerjahre des 19. Jahrhunderts existierte. In seinen Beschreibungen widmete sich Leopold Fitzinger, ein Zoologe, dieser Rasse bereits 1867. Somit steht fest, dass es den Rauhaardackel schon sehr lange gibt. Durch die Einkreuzung von Terriern sollte aller Vermutung nach eine noch jagdfreudigere und mutigere Rasse geschaffen werden, was der Rauhaardackel bis heute unter Beweis stellt.

Rauhaardackel: Wesen und Einsatzgebiete

Wie bereits erwähnt, spielt die Einkreuzung von Terriern eine wichtige Rolle, wenn es um die Charakterisierung des Rauhaardackels geht. Dass diese Variante niemals als Kuschelhund, sondern vielmehr als Jagdbegleiter verwendet werden sollte, ist ein entscheidender Punkt. So macht der Rauhaardackel dank seines selbstbewussten und eigenständigen Wesens nur ungern Kompromisse und zeigt sich kaum devot. Er ist mit großem Mut und einem wahren Sturkopf ausgestattet, was ihm in seiner jagdlichen Vergangenheit große Vorteile einbrachte.

Daher ist der Rauhaardackel bis heute bekannt als die wohl sturste und eigensinnigste Variante des Teckels. Aus diesem Grund ist eine konsequente Erziehung und Sozialisierung schon von klein auf das A und O, wenn es um das Zusammenleben mit diesem Hund geht. Widmet sich sein Halter dem Rauhaardackel mit verständnisvoller und zuverlässig starker Hand, entwickelt sich der Charakterkopf zu einem charmanten und nicht aggressiven Begleiter, der auch Kindern gegenüber freundlich sein kann. Da die Erziehung und der Umgang mit dem Rauhaardackel nicht ohne die Investition von Zeit und Mühe möglich sind, entstehen häufig ganz besonders innige Beziehungen zwischen Mensch und Hund.

Was die Einsatzmöglichkeiten des Rauhaardackels betrifft, so lässt er sich auch heute noch gerne zur Jagd ausführen. Hier kommt er seiner historischen Bestimmung nach und zeigt sich nach wie vor von seiner besten Seite. Das dürfte auch der Grund für die große Beliebtheit des Rauhaardackels bei Jägern sein. Wer ihn nicht jagdlich führen will der kann, wird im Rauhaardackel zeitgleich auch einen Begleithund finden, der bei guter Erziehung zum angenehmen Familienpartner werden kann.

Lediglich sein Jagdinstinkt kann dem Rauhaardackel zum Verhängnis werden.Mit Kleintieren oder auch Katzen in einem Haushalt findet man Hunde dieser Art daher nur dann, wenn die entsprechende Sozialisation schon im Welpenalter stattfand.

Pflege und Gesundheit des Rauhaardackels

Der Rauhaardackel ist in Sachen Gesundheit ein robuster Gefährte, der nicht zu Infekten neigt. Dennoch ist es wichtig, bei der Auswahl des Hundes auf seriöse Zucht zu achten. Sonst nämlich ist es möglich, dass Verformungen des Körpers durch falsche Motive bei der Verpaarung langfristig betrachtet Schwierigkeiten bereiten. Mögliche Erkrankungen, die auch bei Rauhaardackeln gelegentlich vorkommen, sind die Dackellähme, Herzprobleme, Epilepsie oder auch Rheuma. Abgesehen hiervon muss der gesunde Rauhaardackel einem Tierarzt kaum vorgestellt werden und kann bis zu fünfzehn Jahre alt werden.

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