Wer einem Zwergdackel begegnet, kann nicht anders, als wenigstens ein Stückchen seines Herzens an diesen kleinen Kerl zu verlieren. Mit seinem zierlichen Körper und den großen Dackelaugen besticht er auch die Hartgesottensten. Dennoch weiß der Zwergdackel sehr genau: Das eine ist die Höhe, das andere die (innere) Größe. So sollte niemand den Fehler machen, diesen süßen Dachshund zu unterschätzen. Er nämlich ist genauso selbstbewusst, mutig und stur wie seine Standard-Kollegen.

 

Wie der Zwergdackel entstand

 

Als der Dackel zu Beginn des 19. Jahrhunderts immer intensiver gezüchtet wurde und sich seinen guten Ruf als Begleit- und Jagdhund sicherte, wurde noch nicht zwischen verschiedenen Größen differenziert. Der Grundstein für die Geburt des Zwergdackels liegt etwas später zum Ende des Jahrhunderts hin. Damals nämlich galten vor allem kleine Teckel als besonders vorteilhaft bei der Jagd, da sie aufgrund ihrer Körpergröße noch leichter in die Bauten von Dachsen oder auch Füchsen und Kaninchen vorstoßen konnten. Der Bedarf nach kleinen Dackeln also wuchs und Züchter versuchten, diesem Umstand Rechnung zu tragen.

 

Zunächst geschah das im Rahmen der Verpaarung möglichst kleiner Dackel. Deren Welpen zeigten im Laufe der Zeit immer geringere Körpermaße. Alle Varianten aber wurden unabhängig von ihrer Größe und ihrem Gewicht in ein und demselben Zuchtbuch verwaltet. Das änderte sich erst in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts und heute ist der Zwergdackel als eigenständige Rasse innerhalb des Dackelspektrums zugelassen.

 

In Bezug auf sein Haarkleid und seinen grundsätzlichen Körperbau unterscheidet sich der Zwergdackel nicht von seinen größeren und kleineren Verwandten. Es existieren sowohl rauhaarige als auch kurzhaarige und langhaarige Zwergdackel in allen Farben, die laut Rassestandard zugelassen sind. Auch Tigerdackel kommen im Bereich der Zwergdackel vor.
Wie groß und schwer darf der Zwergdackel sein?

 

Damit sich ein Dackel als Zwergdackel bezeichnen darf, müssen Voraussetzungen sowohl hinsichtlich seines Gewichtes als auch hinsichtlich seines Brustumfangs erfüllt werden. Der Zwergdackel soll einen Brustumfang von dreißig bis 35 Zentimetern aufweisen und höchstens vier bis fünf Kilogramm wiegen. Ausschlaggebend für diese Daten sind Größe und Gewicht, wenn der Hund bereits 15 Monate alt ist. Somit ist er deutlich leichter als der Standard Dackel, der bis zu neun Kilogramm schwer werden kann.

 

Gibt es charakterliche Unterschiede zwischen Zwerg und Standard?

 

Grundsätzlich nein. Da Züchter ausschließlich ein Augenmerk auf die Veränderung der Größe gelegt haben, nicht aber das Wesen des Hundes modifizieren wollten, entspricht auch der Zwergdackel ganz dem charakterlichen Bild eines typischen Dachshundes.  Er ist je nach Variante durchaus sturköpfig und hat einen starken eigenen Willen, dem nur mit konsequenter Erziehung begegnet werden sollte.

 

Hier aber zeigt sich beim Zwergdackel durchaus ein Unterschied: So mag es manchem Besitzer angesichts der kleinen Körpergröße seines Hundes schwer fallen, die notwendige Konsequenz an den Tag zu legen. Dass der Zwergdackel ein Leben lang welpenähnliche Züge aufweist, wird daher zu einer besonderen Herausforderung im Umgang mit diesem Hund. Wer sich hiervon beeinflussen lässt und dem Hund mit allzu weicher Hand führt, zieht sich schnell einen kleinen Haustyrannen heran.

 

Zusätzlich braucht auch der Zwergdackel genügend Auslauf und Beschäftigung. Er kann gerne als Jagdbegleiter geführt werden, ist heute jedoch immer öfter als Begleithund zu sehen. Hier hat das geringe Körpergewicht des Dackels durchaus seine Vorteile, denn er kann in bestimmten Situationen leichter auf dem Arm getragen werden als seine schwereren Kollegen. Viel lieber aber dürfte auch der Zwergdackel selbst auf eigenen Füßen stehen.

 

Letztlich also ist der Zwergdackel eine kleinere – aber keinesfalls langweiligere – Variante des Standard Dackels und bringt die gleichen Herausforderungen und Chancen mit sich. Seine Lebenserwartung unterscheidet sich nicht von der anderer Dackel, weswegen er bei guter Gesundheit und ausgewogener Ernährung durchaus 15 Jahre oder älter werden kann.

 

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